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Das Schiff
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| Unsere
schwimmende Wohnung, Werkstatt und Lebensmittelpunkt wurde 1923 auf der
Werft Vahale, in Veendam/Niederlande gebaut. Obwohl die Werft noch existiert,
haben wir kaum Informationen über den ursprünglichen Zustand,
oder Details der Eignerhistorie. Die Werft ist im zweiten Weltkrieg komplett
zerstört worden und sämtliche Unterlagen wurden dabei vernichtet.
Die ANIMO hieß
wohl immer schon ANIMO. ANIMA bedeutet Liebe, Mut, Gemüt (Italienisch)
und ANIMO wird im Niederländischen für Lust (ik heb (geen) animo
- ich habe (keine) Lust) gebraucht und so blieb es auch nach unserem Kauf
im Jahr 1998 bei dem schönen Namen. Im Bauch der ANIMO wurden bis etwa 200 Tonnen Sand, Steine, Torf, Kohle usw befördert. Das wahrscheinliche Hauptfahrgebiet waren die holländischen Binnengewässer, die Zuiderzee, das heute abgedeichte und damit von der Nordsee abgetrennte Ijsselmeer. Die Rumpfform ist nicht wirklich eindeutig, in den Unterlagen wird vom klassischen Rumpf der Tjalk geschrieben, aber es handelt sich doch eher um das Kind einer maritimen Mischehe. Selbstverständlich
würden die Kenner wissen, dass es sich um einen komplett genieteten
Rumpf handelt, da man Anfang des letzten Jahrhunderts die nötige
Schweißtechnik noch nicht zur Verfügung hatte. Das Leben der
Binnenschiffer war äußerst spartanisch auf den hintersten Teil
zusammengepresst, die Kombüse wahrscheinlich an Deck unter freiem
Himmel, die "Wohnung" nicht den Namen wert, da der Frachtraum
groß sein musste. Animo ist 24,87m lang und 5,03m breit, hat mittlerweile
eine Höhe über Wasser von 4,00m und einen Tiefgang von 1,25
bis 1,35m. Kurz nach dem zweiten
Weltkrieg muss wohl ein Monstrum von Dieselmotor eingebaut worden sein
und der Lastkahn mauserte sich zum echten Binnenschiff. Die aktive Zeit
ging aber dann wohl nur noch bis in die späten 60er Jahre. Die Aufrüstung
der Binnenschifffahrt führte zu immer größeren Schiffstypen
und die kleinen alten Rümpfe wanderten zu tausenden in die Schmelzöfen.
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Die ANIMO,
wohl noch gut in Schuss, fand allerdings eine neue Heimat an der Mosel.
Der neue Eigner baute die ANIMO zu einer Motorjacht und Hausboot'
um. Leider wurde aus den großen Träumen von weiten langen Reisen
nicht mehr viel, denn der Eigner starb und sein Halbbruder, ein Winzer ohne
wirkliche maritime Ader, erbte das Schiff. Nun wurde es mehr als stationäres
Partyboot genutzt. Auf dem Achterdeck wurde bestimmt häufig bester
Moselwein verkostet, die größeren Abnehmer auch mal ausgefahren,
die Blaskapelle spielte auf und es soll wohl auch ein Sternekoch die Gäste
an Bord mal verwöhnt haben. Mit dem Schiff übernahmen wir auch
einige Kisten Moselwein, etwa 150 Weinprobegläser und den stickigen
abgenutzten Mief von vielen Weinfesten.
Der folgende Umbau
hält eng genommen weiter an und wird wohl auch nie gänzlich
abgeschlossen sein, dafür ist ANIMO schon zu alt, zu groß und
zu komplex. Es ist ein gemütliches
Wohnen im Bauch eines Schiffes. Morgens wird man oft durch ein Klopfen
geweckt. Dann labt sich gerade wieder eine Ente an den köstlichen
Algen am Schiffsrumpf. Je nach Windstärke und Richtung wird man sanft
geschaukelt oder es knarzt in den Seilen, der Anblick der stetigen Bewegung
des Wasser beruhigt das Gemüt - möge unsere ANIMO noch lange
leben! |
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